Re-Start im Management: So werden Unternehmen fit für unsere neue Businesswelt

Gepostet von Anne M. Schüller (09.08.2014 | Tags: , )

buch tpUnternehmen können die Zukunft nur dann erreichen, wenn sie die Intelligenz, die Kreativität und die volle Schaffenskraft von Toptalenten für sich gewinnen. Denn der Markt ist gnadenlos. Und die Kunden kennen kein Pardon. Noch vor einer kundenfokussierten Positionierung muss zunächst die interne Strategie stimmen. Sieben Schlüsselaufgaben und das interne Touchpoint Management führen dabei zum Ziel.

Etwas Großes ist im Gange. Es wird ein neues Spiel gespielt. Wir stecken mitten drin im größten Change-Prozess aller Zeiten. Ein paradigmatischer Wandel der Lebens-, Kauf- und Arbeitsstile ist längst unübersehbar. Digital transformiert treiben mutige Anbieter mit frischen Ideen den Markt rasant schnell voran. Und die „Weisheit der Vielen“ hat, von den meisten Unternehmen nahezu unbemerkt, die Macht schon längst übernommen. Was das bedeutet? Heute entscheiden vor allem die eigenen Kunden darüber, ob neue Kunden kommen und kaufen. Und die eigenen Mitarbeiter entscheiden maßgeblich mit, wer die besten Talente gewinnt. Passende interne Rahmenbedingungen und eine auf diesen Wandel ausgerichtete Führungskultur sind unausweichlich, damit die Zukunft erreicht werden kann.

Doch während sich draußen alles mit Tempo verändert, vertrödeln drinnen in den Unternehmen die Manager mit verbrauchten Ritualen aus dem letzten Jahrhundert wertvolle Zeit: Topdown-Formationen, Hierarchiegehabe, Silodenke, Abteilungsegoismen, Budgetierungsmarathons, Anweisungskultur, Kontrollwahn und Kennzahlenmanie sind nur einige Stichworte von vielen. Die Unternehmen sind in ihren eigenen Systemen gefangen. Und sie werden nicht am Markt, sondern an ihren Strukturen scheitern. Denn mit Werkzeugen von gestern ist die Zukunft nun mal nicht zu packen.

Von der Pyramidenorganisation zum Netzwerkunternehmen

Ein Beispiel von vielen: In den Organigrammen der Unternehmen sieht es noch immer aus wie anno dazumal. Sie verdeutlichen - vielleicht mehr als alles andere - die wahre, fossile Gesinnung: Der Chef thront ganz oben, darunter, in Kästchen eingesperrt, seine brave Gefolgsmannschaft. Die Mitarbeiter kommen in solchen Konstrukten nicht einmal vor. Sie werden wie Fußvolk verwaltet und in Abteilungsschubladen organisiert. Und die Kommunikation zu den Kunden läuft über Werbekanäle. Diese sind letztlich nichts anderes als das externe Gegenstück interner Silos: unvernetzt nebeneinander her agierend.

Wer nun den Umbau von der Pyramidenorganisation zum Netzwerkunternehmen lostreten will, der braucht zunächst ein entsprechendes Bild. Nämlich ein Bild, das zeigt, wie – weit weg von Topdown-Strukturen – die Organisation in Zukunft aufgestellt werden soll. Denn erst, wenn die Menschen ein Bild vor Augen haben, können sie sich auch eine Vorstellung machen - und dann demgemäß agieren.

Re-Start: Mit sieben Schlüsselaufgaben zum Ziel

Ganz ohne Zweifel: Noch vor den technologischen und produktbasierten Innovationen sind Management-Innovationen jetzt dringendst vonnöten. Vernetzung und Kollaboration sind die Keywords zum Ziel. Ein zaghaftes Auffrischen von Bestehendem reicht dabei nicht aus. Vieles muss einer schöpferischen Unruhe und manches einer schöpferischen Zerstörung (Joseph Schumpeter) preisgegeben werden, um Raum für Neues, Passenderes zu schaffen und sich für den Wettbewerb der Zukunft zu rüsten.

Sieben Schlüsselaufgaben sind dabei in Angriff zu nehmen:

  • Schwarmintelligenz integrieren
  • Kollaborative Strukturen implementieren
  • Gefühlte Hierarchien reduzieren
  • Regelwerke dezimieren
  • Silodenke demontieren
  • Sich digital transformieren
  • Den Kundenfokus forcieren

Beim Bewältigen dieser Aufgaben kann das interne Touchpoint Management sehr hilfreich sein.

Das interne Touchpoint-Management

Das interne Touchpoint Management betrachtet die „Reise“ eines Mitarbeiters durch das Unternehmen und geht von dessen Standpunkt aus. Hierzu gehört jeder interne Touchpoint - das sind die Interaktionspunkte zwischen Mitarbeitern und Führungskräften einer Organisation - auf den Prüfstand. Ganz andere Führungsstile rücken dabei nach vorn: Möglichmacher, Katalysatoren und kundenfokussierte Leader werden von nun an gebraucht. Und für Führungskarrieren kommen ausschließlich Menschenspezialisten infrage. Die digitale Transformation, neue Arbeitsmodelle und die fordernden Digital Natives lassen den Unternehmen keine andere Wahl.

So berücksichtigt das interne Touchpoint Management die Anforderungen an unsere neue Arbeitswelt. Ziel des vierstufigen Prozesses ist die Koordination aller internen Touchpoints, um die Interaktionsqualität zu verbessern, inspirierende Arbeitsplatzbedingungen zu gestalten und - im Rahmen eines wertschätzenden Klimas - ansprechende Leistungsmöglichkeiten zu schaffen. Hierbei kann und muss jeder Kontakt als Chance genutzt werden, die Exzellenz aller Mitarbeitenden zu erhöhen, ihre emotionale Verbundenheit zum Unternehmen zu stärken und positive Mundpropaganda nach innen und außen auszulösen. Am Ende des Weges steht eine Organisation, die hocheffizient ist - und zutiefst human.

Dies ist ein Gastbeitrag von Anne M. Schüller, Keynote-Speaker, Bestsellerautorin und Businesscoach (http://www.anneschueller.de). Sie äussert darin ihre persönliche Meinung, die nicht mit derjenigen von KMU Mentor übereinstimmen muss.

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