Macht die Post-PC-Ära un­se­re Stra­te­gi­en hin­fäl­lig?

von | 28. Sep, 2011 | Stra­te­gie, Zu­kunfts­fä­hig­keit | 0 Kom­men­ta­re

Ro­ger Ze­di stellt heu­te im Ta­gi fest, dass die POST-PC-Ära und da­mit der schnel­le Nie­der­gang des Per­so­nal Com­pu­ters ein­ge­läu­tet ist. Müs­sen wir IT-KMU jetzt un­se­re Unternehmens- und Pro­dukt­stra­te­gi­en re­vi­die­ren und neue Stra­te­gi­en ent­wi­ckeln?

Wenn un­se­re Stra­te­gi­en di­rekt auf Pro­duk­ten oder Tech­no­lo­gi­en ba­sie­ren, dann wird das so sein. Das heisst, wir müs­sen un­se­re Stra­te­gie und un­se­re dar­aus re­sul­tie­ren­den Lö­sun­gen an die neu­en Ge­ne­ra­tio­nen von End­ge­rä­ten (Ta­blet Com­pu­ters, Smart­pho­ne, usw.) an­pas­sen und ei­nen gros­sen Ent­wick­lungs­auf­wand be­trei­ben. Wenn wir da­mit fer­tig sind und uns die stra­te­gi­sche Trans­for­ma­ti­on ge­lun­gen ist, dann sind wir aber nicht viel wei­ter als heu­te auch. Wir sind mit un­se­rer Soft­ware, Hard­ware und un­se­re Dienst­leis­tun­gen stra­te­gi­sche ge­se­hen im­mer noch ab­hän­gig von den Platt­for­men, auf die wir als IT-KMU we­nig bis kei­nen Ein­fluss ha­ben. Wir sind in die­ser Be­zie­hung al­so „Ge­trie­be­ne“ statt „Trei­ber“ un­se­rer ei­ge­nen Ent­wick­lung.

Wenn wir un­se­re Un­ter­neh­mens­stra­te­gie, und da­von ab­ge­lei­tet auch un­se­re An­ge­bo­te, aber kon­se­quent am Kun­den­be­dürf­nis bzw. am zu lö­sen­den Kun­den­pro­blem aus­rich­ten, sind wir in ei­ner un­gleich bes­se­ren Aus­gangs­la­ge. Dies, weil sich grund­le­gen­de Be­dürf­nis­se und Kun­den­pro­ble­me weit we­ni­ger rasch än­dern als Pro­duk­te und Tech­no­lo­gi­en, die zu de­ren Lö­sung ver­wen­det wer­den. So ist bei­spiels­wei­se das mensch­li­che Grund­be­dürf­nis „Mu­sik hö­ren“ bzw. „Mu­sik ge­nies­sen“ schon sehr alt. Im Lau­fe der Zeit hat sich die­ses Grund­be­dürf­nis selbst nicht ge­än­dert, son­dern nur die Lö­sun­gen, wie wir die­ses Grund­be­dürf­nis be­frie­di­gen kön­nen. Vor der Er­fin­dung des Gram­mo­phons 1887 muss­te man an ein Li­ve­kon­zert ge­hen, um Mu­sik hö­ren zu kön­nen. Da­nach konn­te man wäh­rend fast 100 Jah­ren je­der­zeit kon­ser­vier­te Mu­sik von Schall­plat­ten ge­nies­sen, An­fang der 80er Jah­re wur­de die CD ein­ge­führt und heu­te hö­ren wir Mu­sik meist un­ter Zu­hil­fe­nah­me ei­nes MP3-Players oder als Live­stream aus dem In­ter­net auf dem Com­pu­ter oder ei­nem an­de­ren di­gi­ta­len End­ge­rät. Im Lau­fe der tech­ni­schen Ent­wick­lung zum Grund­be­dürf­nis „Mu­sik hö­ren“ sind ei­ni­ge Un­ter­neh­men, de­ren Stra­te­gie nur auf Pro­duk­te oder Tech­no­lo­gi­en aus­ge­rich­tet wa­ren, vom Markt ver­schwun­den (z.B. Du­al, auf­ge­löst 1982).

Die Lö­sung liegt al­so klar dar­in, dass wir – spe­zi­ell als tech­no­lo­gie­las­ti­ges IT-KMU – un­se­re Un­ter­neh­mens­stra­te­gie kon­se­quent an den zu lö­sen­den Kun­den­pro­ble­men bzw. an den Be­dürf­nis­sen und Wün­schen un­se­rer Kun­den aus­rich­ten. Da­mit wir dies tun kön­nen, müs­sen wir aber ers­tens wis­sen, wer un­se­re Kun­den­ziel­grup­pe ist. Zwei­tens müs­sen wir die­se Kun­den so ge­nau ken­nen, dass wir de­ren Pro­ble­me, Be­dürf­nis­se und Wün­sche im bes­ten Fall schon er­ah­nen, be­vor sie von den Kun­den selbst wahr­ge­nom­men wer­den. Und das ge­lingt uns nur, wenn wir uns in­ten­siv mit un­se­rer Ziel­grup­pe be­schäf­ti­gen und uns in sie, ihr Um­feld und ih­re täg­li­chen Pro­ble­me hin­ein ver­set­zen.

Die Tat­sa­che, dass wir als IT-KMU in ei­ner tech­nisch sich sehr schnell ver­än­dern­den Bran­che ak­tiv sind, ent­bin­det uns al­so nicht da­von, un­se­re stra­te­gi­schen Haus­auf­ga­ben or­dent­lich zu ma­chen. Im Ge­gen­teil, die Stra­te­gie spielt so­gar ei­ne noch wich­ti­ge­re Rol­le als in sta­bi­len oder sich nur lang­sam ver­än­dern­den Märk­ten. Al­ler­dings müs­sen wir ler­nen, weg von der Tech­nik zu den­ken, hin zu Grund­be­dürf­nis­sen, Pro­blem­lö­sun­gen und grund­le­gen­den Wün­schen un­se­rer Ziel­grup­pe.

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