Re­inven­ting Or­ga­ni­za­ti­ons vi­su­ell: Ein il­lus­trier­ter Leit­fa­den sinn­stif­ten­der For­men der Zu­sam­men­ar­beit

Fre­de­ric La­loux

«Vie­le Men­schen schei­nen wirk­lich in­spi­riert zu sein, wenn sie hö­ren, dass völ­lig neue Or­ga­ni­sa­tio­nen ent­ste­hen, aber nicht je­der hat die Zeit, ein 360 Sei­ten di­ckes Ma­nage­ment­buch zu le­sen.» Wer al­so zu­erst ver­ste­hen will, wor­um es bei Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on und Selbst­ma­nage­ment geht und wel­ches Welt­bild die­ses Mo­dell zu­grun­de liegt, dem sei die­ses «luf­tig» ge­schrie­be­nes und be­bil­der­tes Buch sehr emp­foh­len. Nach der Lek­tü­re der rund 160 Sei­ten (die ich pro­blem­los in ei­nem hal­ben Tag ab­schlies­sen konn­te) hat der Le­ser ei­nen gu­ten ers­ten Über­blick und kann ent­schei­den, ob er sich tie­fer mit dem The­ma aus­ein­an­der­set­zen möch­te. Da­nach hat er die Mög­lich­keit, in das Kom­plett­werk von La­loux mit dem glei­chen Ti­tel ein­zu­stei­gen, die ein­zel­nen The­men wei­ter zu ver­tie­fen oder sich mit an­de­ren Kon­zep­ten und Me­tho­den ver­traut zu ma­chen.

Nach­dem Fred­ric La­loux tref­fend die oft tris­ten Si­tua­tio­nen in den heu­ti­gen Or­ga­ni­sa­tio­nen be­schreibt und da­mit klar macht, wie­so Un­ter­neh­men und Or­ga­ni­sa­tio­nen neu ge­dacht wer­den müs­sen, un­ter­nimmt er erst mal ei­nen Rei­se in die Ver­gan­gen­heit der Mensch­heit und lei­tet von dort die un­ter­schied­li­chen Welt­bil­der ab, wel­che al­le Or­ga­ni­sa­ti­ons­mo­del­le bis heu­te ent­schei­dend prä­gen. Sei­ne Be­schrei­bun­gen mün­den in der in­te­gra­len, evo­lu­tio­nä­ren Welt­sicht. Or­ga­ni­sa­tio­nen, wel­che die­sen Welt­bild zu­grun­de lie­gen, bau­en auf drei zen­tra­len Fak­to­ren auf: Selbst­füh­rung, Ganz­heit und evo­lu­tio­nä­rem Sinn.

In der Fol­ge setzt er sich mit den drei «Er­folgs­fak­to­ren» evo­lu­tio­när funk­tio­nie­ren­der Or­ga­ni­sa­tio­nen aus­ein­an­der und bringt Bei­spie­le aus der Pra­xis, wie bei­spiels­wei­se Ent­schei­dun­gen ge­trof­fen oder wie Be­zah­lung und An­reiz­sys­te­me al­ter­na­tiv ge­dacht wer­den könn­ten. Zum Schluss be­kommt der Le­ser Hin­wei­se und Tipps, wie neue und be­stehen­de Un­ter­neh­men und Or­ga­ni­sa­tio­nen in Rich­tung «evo­lu­tio­när» ge­baut, bzw. um­ge­baut wer­den kön­nen.

Ich emp­feh­le die­ses Buch al­len Un­ter­neh­mern und Füh­rungs­kräf­ten, wel­che vor­ur­teils­los wis­sen wol­len, was hin­ter «Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on» oder «Hol­acra­cy» steckt. Und sol­chen, die sich ernst­haft fra­gen, wie sie ihr Un­ter­neh­men bes­ser or­ga­ni­sie­ren und füh­ren kön­nen.